GB/T 3098.2-2015 legt die mechanischen Eigenschaften von Grobgewindemuttern aus Kohlenstoffstahl und legiertem Stahl für allgemeine technische Anwendungen fest. Diese Norm orientiert sich eng an internationalen Normen wie ISO 898-2 und gewährleistet so die Kompatibilität in Verbindung mit anderen Verbindungselementen. Sie umfasst die Leistungsklassen 4 bis 12 und konzentriert sich dabei auf Prüflast, chemische Zusammensetzung, Härte und Kompatibilität mit Schrauben, Bolzen oder Gewindebolzen. Im Folgenden werden die wichtigsten Aspekte anhand von Daten aus der Norm detailliert beschrieben.

Prüflastwerte für Muttern mit Grobgewinde

Die Prüflast stellt die maximale Belastung dar, die eine Mutter ohne bleibende Verformung aushält, also im Wesentlichen die minimale Zugfestigkeit, die sie aushalten muss. Die Einheit ist Newton (N). Die folgende Tabelle enthält Prüflastwerte für verschiedene Gewindegrößen und Festigkeitsklassen.

FadenTonhöheKlasse 04 (N)Klasse 05 (N)Klasse 5 (N)Klasse 6 (N)Klasse 8 (N)Klasse 10 (N)Klasse 12 (N)
M50.85400710082509500121401480016300
M617640100001170013500172002090023100
M7111000145001680019400247003010033200
M81.2513900183002160024900318003810042500
M101.522000290003420039400505006030067300
M121.75320004220051400590007420088500100300
M14243700575007020080500101200120800136900
M162597007850095800109900138200164900186800
M182.57300096000121000138200176600203500230400
M202.593100122500154400176400225400259700294000
M222.5115100151500190900218200278800321200363600
M243134100176500222400254200324800374200423600
M273174400229500289200330500422300486500550800
M303.5213200280500353400403900516100594700673200
M333.5263700347000437200499700638500735600832800
M364310500408500514700588200751600866000980400
M39437090048800061490070270089790010350001171000

Diese Werte sind entscheidend für die Auswahl von Muttern in Anwendungen, bei denen die Tragfähigkeit von größter Bedeutung ist, wie beispielsweise in Konstruktionen oder Maschinen.

Anforderungen an die chemische Zusammensetzung

Die Norm legt chemische Grenzwerte für Muttern aus Kohlenstoffstahl fest, um eine ordnungsgemäße Wärmebehandlung und optimale Leistung zu gewährleisten. Die Höchstwerte für Kohlenstoff (C), Phosphor (P) und Schwefel (S) sowie der Mindestgehalt an Mangan (Mn) sind nachfolgend aufgeführt. Zu den Wärmebehandlungsarten gehören das optionale Härten und Anlassen für niedrigere Stahlsorten und das obligatorische Anlassen für höhere Stahlsorten.

LeistungsnoteMaterialWärmebehandlungC (%) maxMn (%) minP (%) maxS (%) max
4KohlenstoffstahlOptional0.580.250.0600.150
5KohlenstoffstahlAbgeschreckt und angelassen0.580.300.0480.058
5KohlenstoffstahlOptional0.580.0600.150
6KohlenstoffstahlOptional0.580.0600.150
8Hoher Mutternkopf (Ausführung 2)Optional0.580.250.0600.150
8Standardmutter (Ausführung 1) D ≤ M16Optional0.580.250.0600.150
8Standardmutter (Ausführung 1) D > M16Abgeschreckt und angelassen0.580.300.0480.058
10KohlenstoffstahlAbgeschreckt und angelassen0.580.300.0480.058
12KohlenstoffstahlAbgeschreckt und angelassen0.580.450.0480.058

Hinweis: Bei Werkstoffen, die ein Härten und Anlassen erfordern, müssen die Werkstoffe vor dem Anlassen eine ausreichende Härtbarkeit aufweisen, um im Gewindebereich eine Martensitstruktur von etwa 90% zu erreichen. Die Bewertung der chemischen Zusammensetzung sollte gemäß den einschlägigen Normen erfolgen.

Härteanforderungen

Die Härte wird in Vickers (HV), Brinell (HB) und Rockwell C (HRC) gemessen, wobei die Bereiche je nach Mutterngröße und Güteklasse variieren. Diese Werte gewährleisten die Verformungsbeständigkeit der Mutter unter Last.

GewindegrößeKlasse 04Klasse 05Klasse 5Klasse 6Klasse 810. Klasse12. Klasse
SkalaMinMaxMinMaxMinMaxMinMaxMinMaxMinMaxMinMax
M5 ≤ D ≤ M16Hochspannung188302272353130302150302200302272353295353
M16 < D ≤ M39Hochspannung188302272353146302170302233353272353272353
M5 ≤ D ≤ M16HB179287259336124287143287190287259336280336
M16 < D ≤ M39HB179287259336139287162287221336259336259336
M5 ≤ D ≤ M16HRC30263630303026362936
M16 < D ≤ M39HRC30263630303626362636

Fußnoten: Für hohe Muttern (Ausführung 2) der Güteklasse 8 beträgt die Mindesthärte 180 HV (171 HB). Die maximale Härte für hohe Muttern der Güteklasse 8 beträgt 302 HV (287 HB, 30 HRC). Für hohe Muttern der Güteklasse 12 beträgt die Mindesthärte 272 HV (259 HB, 26 HRC).

Kompatibilität mit Bolzen, Schrauben oder Gewindebolzen

Um die Dichtheit der Verbindung zu gewährleisten, müssen die Muttern zur Festigkeitsklasse der Schrauben passen. Die folgende Tabelle zeigt Mutterntypen, Nenndurchmesser und kompatible Schraubenfestigkeitsklassen.

NussartKlasse 04Klasse 05Klasse 5Klasse 6Klasse 810. Klasse12. Klasse
Standard (Stil 1)M5 ≤ D ≤ M39 / M8x1 ≤ D ≤ M39x3M5 ≤ D ≤ M39 / M8x1 ≤ D ≤ M39x3M5 ≤ D ≤ M39 / M8x1 ≤ D ≤ M39x3M5 ≤ D ≤ M39 / M8x1 ≤ D ≤ M16x1,5M5 ≤ D ≤ M16
Groß (Stil 2)M16 ≤ D ≤ M39 / M8x1 ≤ D ≤ M16x1,5M5 ≤ D ≤ M39 / M8x1 ≤ D ≤ M39x3M5 ≤ D ≤ M39 / M8x1 ≤ D ≤ M16x1,5
Dünn (Stil 0)M5 ≤ D ≤ M39 / M8x1 ≤ D ≤ M39x3M5 ≤ D ≤ M39 / M8x1 ≤ D ≤ M39x3
Zulässige Schraubenfestigkeitsklasse (Max.)5.86.88.810.912.9

Durch diese Kompatibilität wird sichergestellt, dass die Mutter nicht vor der Schraube unter Spannung versagt, wodurch die Sicherheit der Montage gewährleistet wird.

Drehmomentbetrachtungen

GB/T 3098.2-2015 legt kein Versagensdrehmoment für Muttern fest, da Drehmomentwerte von Reibung, Schmierung und Montagebedingungen beeinflusst werden. Konzentrieren Sie sich stattdessen bei der Konstruktion auf die Prüflast und die Vorspannung. In der Praxis wird das auf die Muttern wirkende Drehmoment teilweise in Klemmkraft umgewandelt, oft mit einem Wirkungsgrad von etwa 20%, abhängig von Faktoren wie der Oberflächenbeschaffenheit. Als Referenz können Sie die entsprechenden Drehmomentwerte für Schrauben aus Normen wie GB/T 3098.1 heranziehen, jedoch sollten Sie diese stets durch Tests für die jeweilige Anwendung überprüfen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

1. Was ist die Prüflast in GB/T 3098.2-2015?
Die Prüflast ist die axiale Zugkraft, der die Mutter ohne bleibende Verformung standhalten muss und dient als Maß für ihre Tragfähigkeit.
2. Wie wirkt sich die Wärmebehandlung auf die Leistung der Mutter aus?
Für höhere Güteklassen (z. B. 8 für D > M16, 10, 12) ist ein Härten und Anlassen erforderlich, um die notwendige Härte und Festigkeit zu erreichen und vor dem Anlassen eine Martensitstruktur von mindestens 90% sicherzustellen.
3. Können Muttern der Güteklasse 8 mit Schrauben der Güteklasse 10.9 verwendet werden?
Ja, Muttern der Güteklasse 8 sind mit Schrauben bis zur Güteklasse 8.8 kompatibel, aber für die Güteklasse 10.9 sollten Muttern der Güteklasse 10 verwendet werden, um die Festigkeit anzupassen und ein Versagen der Mutter zu vermeiden.
4. Warum sind die Grenzwerte für Phosphor und Schwefel bei höheren Qualitätsstufen strenger?
Ein niedrigerer P- und S-Gehalt (z. B. 0,048% max für P in Güteklasse 10) verringert das Versprödungsrisiko und verbessert die Zähigkeit und Zuverlässigkeit bei Anwendungen mit hoher Beanspruchung.
5. Wie sollte die Härte von Nüssen geprüft werden?
Die Härte wird typischerweise an der Auflagefläche oder am Querschnitt der Mutter mit Hilfe der HV-, HB- oder HRC-Methoden gemessen, wobei die Werte je nach Größe variieren (z. B. höhere Mindestwerte für kleinere Durchmesser bei einigen Güteklassen).
6. Was passiert, wenn eine Mutter die maximale Härte überschreitet?
Übermäßige Härte kann zu Sprödigkeit führen; Muttern müssen innerhalb bestimmter Bereiche bleiben (z. B. max. 353 HV für Güteklasse 10), um ein Gleichgewicht zwischen Festigkeit und Duktilität zu gewährleisten.