Artikelübersicht
Dieser Artikel bietet eine umfassende Auseinandersetzung mit der Norm GB/T 3098.2-2015, strukturiert für eine einfache Referenz und praktische Anwendung im Ingenieurwesen:
- Einleitung: Überblick und Anwendungsbereich des Standards.
- Materialien: Chemische Zusammensetzung und Richtlinien für die Wärmebehandlung.
- Mechanische Eigenschaften: Anforderungen an die Prüflast.
- Anforderungen an die Härte: Vorgegebene Härtewerte.
- Muttern- und Schraubentypen: Kompatibilität mit Schrauben.
- Drehmomentbetrachtungen: Erkenntnisse zur Drehmomentanwendung.
- FAQ: Antworten auf häufig gestellte Fragen von Fachleuten.
Einführung
Die Norm GB/T 3098.2-2015 legt die mechanischen und physikalischen Eigenschaften von Muttern mit Grobgewinde aus Kohlenstoffstahl oder legiertem Stahl fest, die bei Umgebungstemperaturen zwischen 10 °C und 35 °C geprüft werden. Sie ist von entscheidender Bedeutung für die Zuverlässigkeit und Sicherheit von Verbindungselementen in Branchen wie dem Bauwesen, der Automobilindustrie und dem Maschinenbau.
Diese Norm konzentriert sich auf Prüflasten, Härte und Materialspezifikationen, um Versagen unter Last zu verhindern. Ingenieure sollten diese Richtlinien bei der Konstruktion und Qualitätssicherung anwenden, um Muttern und Schrauben optimal aufeinander abzustimmen und so die Leistungsfähigkeit und Lebensdauer der Montage zu optimieren.
Materialien
Muttern werden aus Kohlenstoffstahl mit vorgegebener chemischer Zusammensetzung gefertigt, um die erforderlichen mechanischen Eigenschaften zu erzielen. Für höhere Festigkeitsklassen ist eine Wärmebehandlung, wie z. B. Härten und Anlassen, zwingend erforderlich, um eine ausreichende Härtbarkeit zu gewährleisten. Dadurch entsteht im Gewindebereich vor dem Anlassen ein Martensitgefüge vom Typ 90%.
Wichtige Überlegungen zur Materialauswahl:
- Durch Begrenzung des Kohlenstoffgehalts lassen sich Härte und Sprödigkeit kontrollieren.
- Für Festigkeit und Härtbarkeit einen Mindestmangangehalt beibehalten.
- Um eine Versprödung zu vermeiden, sollte der Gehalt an Phosphor und Schwefel eingeschränkt werden.
- Härten und Anlassen für die Klassen 05, 8 (D> M16), 10 und 12 anwenden.
Chemische Zusammensetzung
| Immobilienklasse | Material | Wärmebehandlung | C (%) max | Mn (%) min | P (%) max | S (%) max | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 4 | Kohlenstoffstahl | Optional | 0.58 | 0.25 | 0.060 | 0.150 | |
| 5 | Kohlenstoffstahl | Abgeschreckt und angelassen | 0.58 | 0.3 | 0.048 | 0.058 | |
| 5 | Kohlenstoffstahl | Optional | 0.58 | – | 0.060 | 0.150 | |
| 6 | Kohlenstoffstahl | Optional | 0.58 | – | 0.060 | 0.150 | |
| 8 | Stil 2 | Kohlenstoffstahl | Optional | 0.58 | 0.25 | 0.060 | 0.150 |
| 8 | Stil 1 D ≤ M16 | Kohlenstoffstahl | Optional | 0.58 | 0.25 | 0.060 | 0.150 |
| 8 | Stil 1 D > M16 | Kohlenstoffstahl | Abgeschreckt und angelassen | 0.58 | 0.3 | 0.048 | 0.058 |
| 10 | Kohlenstoffstahl | Abgeschreckt und angelassen | 0.58 | 0.3 | 0.048 | 0.058 | |
| 12 | Kohlenstoffstahl | Abgeschreckt und angelassen | 0.58 | 0.45 | 0.048 | 0.058 | |
Hinweis: Für Werkstoffe, die Anlassen erfordern, müssen diese eine ausreichende Härtbarkeit aufweisen. Die chemische Zusammensetzung ist gemäß den einschlägigen Normen zu bewerten.
Mechanische Eigenschaften
Muttern müssen festgelegten Prüflasten standhalten, ohne zu versagen. Diese Prüflasten stellen die maximal zulässige Belastung in mechanischen Verbindungen dar. Die festgelegten Werte gewährleisten die strukturelle Integrität unter Zugbelastung.
Hinweise zur Antragstellung:
- Wählen Sie die Eigenschaftsklasse basierend auf den Anforderungen der Baugruppenlast aus.
- Die Prüflasten sind durch Tests bei Umgebungstemperaturen zu verifizieren.
- Berücksichtigen Sie Faktoren wie Gewindeeingriff und Materialverträglichkeit.
Prüflasten (N)
| Faden | Tonhöhe | 04 | 05 | 5 | 6 | 8 | 10 | 12 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| M5 | 0.8 | 5400 | 7100 | 8250 | 9500 | 12140 | 14800 | 16300 |
| M6 | 1 | 7640 | 10000 | 11700 | 13500 | 17200 | 20900 | 23100 |
| M7 | 1 | 11000 | 14500 | 16800 | 19400 | 24700 | 30100 | 33200 |
| M8 | 1.25 | 13900 | 18300 | 21600 | 24900 | 31800 | 38100 | 42500 |
| M10 | 1.5 | 22000 | 29000 | 34200 | 39400 | 50500 | 60300 | 67300 |
| M12 | 1.75 | 32000 | 42200 | 51400 | 59000 | 74200 | 88500 | 100300 |
| M14 | 2 | 43700 | 57500 | 70200 | 80500 | 101200 | 120800 | 136900 |
| M16 | 2 | 59700 | 78500 | 95800 | 109900 | 138200 | 164900 | 186800 |
| M18 | 2.5 | 73000 | 96000 | 121000 | 138200 | 176600 | 203500 | 230400 |
| M20 | 2.5 | 93100 | 122500 | 154400 | 176400 | 225400 | 259700 | 294000 |
| M22 | 2.5 | 115100 | 151500 | 190900 | 218200 | 278800 | 321200 | 363600 |
| M24 | 3 | 134100 | 176500 | 222400 | 254200 | 324800 | 374200 | 423600 |
| M27 | 3 | 174400 | 229500 | 289200 | 330500 | 422300 | 486500 | 550800 |
| M30 | 3.5 | 213200 | 280500 | 353400 | 403900 | 516100 | 594700 | 673200 |
| M33 | 3.5 | 263700 | 347000 | 437200 | 499700 | 638500 | 735600 | 832800 |
| M36 | 4 | 310500 | 408500 | 514700 | 588200 | 751600 | 866000 | 980400 |
| M39 | 4 | 370900 | 488000 | 614900 | 702700 | 897900 | 1035000 | 1171000 |
Hinweis: Die Prüflast entspricht annähernd der minimalen Zugfestigkeit, die die Mutter aushalten kann.
Härteanforderungen
Die Härte gewährleistet, dass Muttern Verformungen widerstehen und unter Belastung ihre Stabilität behalten. Die Werte werden in Vickers (HV), Brinell (HB) und Rockwell (HRC) angegeben, mit Umrechnungen gemäß ISO 18265.
Praktische Hinweise:
- Für genaue Ergebnisse sollte der Vickers-Test mit einer Mindestlast von 98 N durchgeführt werden.
- An die Mutterngröße anpassen; für D > M16 gelten andere Mindestwerte.
- Prüfen Sie, ob die Wärmebehandlung nach der Behandlung den Klassenanforderungen entspricht.
Härteanforderungen
| Faden | 04 | 05 | 5 | 6 | 8 | 10 | 12 | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Min | Max | Min | Max | Min | Max | Min | Max | Min | Max | Min | Max | Min | Max | ||
| M5 ≤ D ≤ M16 | Hochspannung | 188 | 302 | 272 | 353 | 130 | 302 | 150 | 302 | 200 | 302 | 272 | 353 | 295 | 353 |
| M16 < D ≤ M39 | 188 | 302 | 272 | 353 | 146 | 302 | 170 | 302 | 233 | 353 | 272 | 353 | 272 | 353 | |
| M5 ≤ D ≤ M16 | HB | 179 | 287 | 259 | 336 | 124 | 287 | 143 | 287 | 190 | 287 | 259 | 336 | 280 | 336 |
| M16 < D ≤ M39 | 179 | 287 | 259 | 336 | 139 | 287 | 162 | 287 | 221 | 336 | 259 | 336 | 259 | 336 | |
| M5 ≤ D ≤ M16 | HRC | – | 30 | 26 | 36 | – | 30 | – | 30 | – | 30 | 26 | 36 | 29 | 36 |
| M16 < D ≤ M39 | – | 30 | 26 | 36 | – | 30 | – | 30 | – | 36 | 26 | 36 | 26 | 36 | |
Hinweise: Für Muttern der Bauart 2 in der Festigkeitsklasse 8 beträgt die Mindesthärte 180 HV (171 HB). Für Muttern der Festigkeitsklasse 10, Bauart 2, beträgt sie 302 HV (287 HB, 30 HRC). Für Muttern der Festigkeitsklasse 12, Bauart 2, beträgt sie 272 HV (259 HB, 26 HRC).
Mutternarten und passende Schrauben
Muttern werden in verschiedene Ausführungen (0 dünn, 1 Standard, 2 hoch) mit spezifischen Durchmesserbereichen und kompatiblen Schraubenklassen eingeteilt, um die Festigkeit der Montage zu gewährleisten und ein Überdrehen oder Versagen zu verhindern.
Empfehlungen für die Partnerwahl:
- Verwenden Sie dünne Muttern (Typ 0) als Kontermuttern mit einer Standard- oder hohen Mutter, wobei Sie zuerst die dünne Mutter festziehen.
- Die Festigkeitsklasse der Mutter sollte der maximalen Festigkeitsklasse der Schraube entsprechen, um eine optimale Vorspannung zu erzielen.
- Beachten Sie die Gewindesteigung für feine bzw. grobe Anwendungen.
Mutternarten, Durchmesser und passende Schrauben
| Immobilienklasse | 04 | 05 | 5 | 6 | 8 | 10 | 12 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Ausführung 1 (Standard) | – | – | M5≤D≤M39 / M8x1≤D≤M39x3 | M5≤D≤M39 / M8x1≤D≤M39x3 | M5≤D≤M39 / M8x1≤D≤M39x3 | M5≤D≤M39 / M8x1≤D≤M16x1,5 | M5≤D≤M16 |
| Stil 2 (Hoch) | – | – | – | – | M16≤D≤M39 / M8x1≤D≤M16x1,5 | M5≤D≤M39 / M8x1≤D≤M39x3 | M5≤D≤M39 / M8x1≤D≤M16x1,5 |
| Stil 0 (Dünn) | M5≤D≤M39 / M8x1≤D≤M39x3 | M5≤D≤M39 / M8x1≤D≤M39x3 | – | – | – | – | – |
| Passende Bolzen Max Klasse | – | – | 5.8 | 6.8 | 8.8 | 10.9 | 12.9 |
Drehmomentbetrachtungen
Die Norm legt kein Versagensdrehmoment für Muttern fest, in Übereinstimmung mit ISO 898-2 und DIN 267-24, um Verwechslungen zwischen Drehmoment und Vorspannung als Auslegungsparameter zu vermeiden. Stattdessen liegt der Fokus auf Prüflasten, Dauerfestigkeit und Härte für zuverlässige Verbindungen.
In der Praxis wird das auf Muttern oder Schrauben in Baugruppen wirkende Drehmoment teilweise in Klemmkraft umgewandelt. Diese wird durch Reibung, Schmierstoffe und Bauteile wie Unterlegscheiben beeinflusst. Als Vergleichswerte können Drehmomentwerte von Schrauben gleicher Festigkeitsklasse mit gleichem Durchmesser herangezogen werden. Für die jeweilige Anwendung sind jedoch stets die technischen Berechnungen vorzuziehen.
Häufig gestellte Fragen
- Warum ist Härten und Anlassen für höhere Nussklassen erforderlich?
Es verbessert die Härtbarkeit und gewährleistet eine martensitische Struktur für eine höhere Festigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen Verformung unter hohen Belastungen gemäß den Anforderungen in Tabelle 3. - Wie sollten dünne Muttern (Bauform 0) in Baugruppen verwendet werden?
Die Muttern werden als Kontermuttern mit einer Standard- oder hohen Mutter montiert. Zuerst wird die dünne Mutter gegen das Bauteil festgezogen, dann die äußere Mutter, um ein Lösen zu verhindern. - Was passiert, wenn die Härte einer Mutter den vorgegebenen Maximalwert überschreitet?
Übermäßige Härte kann auf ein Überhärten hinweisen, was zu Sprödigkeit führen kann; Chargen müssen erneut geprüft oder zurückgewiesen werden, um die Grenzwerte der Tabelle 6 einzuhalten und die Duktilität zu erhalten. - Können Muttern mit Schrauben niedrigerer Festigkeitsklassen verwendet werden?
Ja, aber achten Sie darauf, dass die Schraube der maximalen Festigkeitsklasse gemäß Norm entspricht, um eine Unterauslastung zu vermeiden; überprüfen Sie stets die Vorspannung der Montage und die Dauerfestigkeit. - Wie prüft man die Prüflasten von Muttern genau?
Bei Temperaturen von 10°C bis 35°C sind die in Abschnitt 9 beschriebenen Methoden anzuwenden. Dabei ist eine axiale Last ohne Rotation aufzubringen und auf vollständigen Gewindeeingriff zu achten, um reale Bedingungen zu simulieren. - Warum gelten für gekühlte Klassen strengere Grenzwerte für Phosphor und Schwefel?
Niedrigere Werte verhindern die Versprödung während der Wärmebehandlung und verbessern so die Zähigkeit und Zuverlässigkeit bei Anwendungen mit hoher Beanspruchung.